Präambel
Die globale Klimaentwicklung zwingt zum Nachdenken über neue, umweltschonende Energieformen; dies gilt für Strom und Wärme und für mobile und stationäre Systeme. Eine umweltverträgliche Energieversorgung ist langfristig nur möglich, wenn diese aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Energie aus Wasser, Wind, Sonne, nachwachsenden Rohstoffen und Geothermie - vier davon beruhen direkt auf der Strahlungsenergie der Sonne - werden sich daher im dritten Jahrtausend durchsetzen. Energie aus diesen Quellen ist jedoch nur begrenzt speicherfähig; die ideale speicherbare Energieform ist Wasserstoff. Aus diesem Grunde wird die Brennstoffzelle eine wichtige Option für die künftige Energieumwandlung darstellen.
Wasserkraft
Die Nutzung der Wasserkraft ist in unseren Breiten die geradezu klassische erneuerbare Energieform mit hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung. Mit ihr sind keine Emissionen verbunden. Wasserkraftanlagen sind jahrzehntelang störungsfrei im Einsatz. Ökologie und Wasserwirtschaft sind bei jedem Projekt in Einklang zu bringen.
Windkraft
Die Nutzung der Windenergie ist in den flachen Regionen im Osten Österreichs bereits weit verbreitet. Auch in der Steiermark wird diese Form der Energiegewinnung in den Bergen genutzt; mit ihr sind keine Emissionen verbunden. Die Anlagen sind zertifiziert, standardisiert und hochentwickelt. Ökologie und Windkraft sind gleich wie bei der Wasserwirtschaft in Einklang zu bringen.
Energie aus nachwachsenden Rohstoffen
In Österreich ist die CO2-neutrale energiewirtschaftliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe eine wertvolle Option. Derzeit ist der Zuwachs höher als die Entnahme und stellt aus diesem Grunde ein ökologisches Problem dar. Der Bioprozess bedingt die Umwandlung nachwachsender Rohstoffe in Gase, die in einem technischen Vorgang zu Wasserstoff bzw. Methanol reformiert werden und als Brennstoffe für Gasmotor, Gasturbine oder Brennstoffzellensysteme dienen. Die stromerzeugende Technologie des Bioprozesses bedarf noch Forschungs- und Entwicklungsaufwandes, doch sind die erzielten Erfolge beachtlich. Es wird noch eine Weile dauern, bis standardisierte und zertifizierte Anlagen auf dem Markt erhältlich sein werden. Die Nutzung des thermischen Bioprozesses hat längst Marktreife erlangt und stellt eine CO2-neutrale Form der Gewinnung von Wärme dar.
Biogas
Die Entwicklung der Nutzung von Biogas geht in die Richtung, Energiepflanzen zur Gewinnung von Strom und Wärme zu verwenden. Diese Technologien sind entwickelt, für die Wirtschaftlichkeit der Anlagen sind die Rohstoffpreise bedeutsam.
Solarenergie
Die Sonne ist eine unerschöpfliche Kraftquelle. Obwohl der Einfallswinkel der Sonnenenergie in unseren Breiten relativ flach ist und der Energieaufwand für die Herstellungsprozesse beträchtlich ist, sind Solaranlagen für Erzeugung von Strom und Wärme überaus wertvoll. Die Anwendung von Solarthermieanlagen hat sich in Österreich weitgehend durchgesetzt. Photovoltaikanlagen sind derzeit noch teuer, werden aber immer kostengünstiger. Diese dezentrale Energieform wird grosse Bedeutung erlangen.
Stirling-Motor
Die im vergangenen Jahrhundert entdeckte Stirling-Technologie könnte vor einer Renaissance stehen. Für diese auf der Koppelung von Strom und Wärme beruhenden Technologie können feste oder flüssige Brennstoffe eingesetzt werden. Es ist jedoch mit einem entsprechenden Entwicklungshorizont zu rechnen.
Geothermie
Geothermie ist eine wertvolle Energiequelle, die in Österreich bisher noch keine breite Anwendung gefunden hat. Bei Geothermie ist die Erzeugung von Wärme prioritär, bei entsprechenden Temperaturen ist auch die Herstellung von Strom denkbar.
Brennstoffzelle
Die vor langer Zeit entdeckte Brennstoffzelle beruht auf dem elektrochemischen Prozess der Zusammenführung von Wasserstoff und Sauerstoff. Hierfür sind zwei Elektroden - die Anode und die Kathode - und ein Elektrolyt erforderlich. Hierbei entstehen Strom und Wärme, als Nebenprodukt entsteht Wasser. Durch diese direkte Energieumwandlung werden hohe Wirkungsgrade erzielt. Der Brennstoffzelle kommt für die künftige Erzeugung von Strom und Wärme überragende Bedeutung zu. Die technischen Probleme, Kathode und Anode zu vertretbaren Kosten herzustellen, sind noch nicht gelöst, und bedürfen eines noch Jahre währenden Forschungs- und Entwicklungsaufwands.

